Jagdschloss Schorfheide

Jagdschloss Schorfheide

1722. Friedrich Wilhelm, König von Preußen, legt im Jagdhaus zu Groß Schönebeck die ersten Gedanken zu seinen Generaldirectorien nieder. Der Adel vergnügt sich auf der Jagd in den umliegenden Wäldern. Fast hundert Jahre ist der verheerende Dreißigjährige Krieg her, dessen Schrecken und Auswirkungen noch nicht vergessen sind. Doch der Adel tanzt.

Heute, 370 Jahre nach dem Ende des Krieges, führt das Jagdschloss Schorfheide die Besucher in seine Prunkzeit zurück, in die Ära der Preußischen Könige und Deutschen Kaiser und deren vielfältigen
Einfluss auf die Entwicklung der Schorfheide, aber auch die Zeit der Weimarer Republik, der NS-Diktatur und der DDR, bis zu ihrem Ende 1989.

Jagdschloss

Der Renaissancebau des Schlosses entstand um 1540 zunächst als typisch norddeutscher Backsteinbau, geplant vom Baumeister Casper Theiß, ganz ohne Schmuckfassade. Zuvor befand sich an dieser Stelle eine burgähnliche Anlage, von der keine Spuren mehr erhalten sind. Der Dachstuhl wurde 1662, nach der Zerstörung des Hauses im 30jährigen Krieg, wieder aufgebaut und ist heute noch im Originalzustand erhalten.

Erst ab 1834 erhielt das Schloss unter König Friedrich Wilhelm III. sein heutiges Aussehen mit dem fast quadratischen Grundriss, den Türmchen und der Anordnung der Türen und Fenster. Den Trausaal schmückt seitdem eine opulente Stuckdecke.

Von nun an diente das Schloss als Aufenthaltsort der königlichen Herrschaften und deren Jagdgästen. Später wurde es als Wohn- und Verwaltungsgebäude für die Oberförsterei und im Zeitraum 1973 bis 1989 als Kulturhaus der Forstarbeiter des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Bernau genutzt.

Heute befindet sich im Jagdschloss ein Teil der Ausstellung „Jagd und Macht“. Der Trausaal wird darüber hinaus für Konzerte und Lesungen genutzt.

Museumsscheune

Der Fachwerkbau befand sich immer an dieser Stelle und brannte 1772 durch Brandstiftung ab. In der Folge vernichtete das Feuer innerhalb von zwei Stunden weitere 180 Gebäude im Ort. In der Scheune befanden sich auch Stallungen für die Viehhaltung. Sie gehörte zum eigentlichen landwirtschaftlichen Hof des Oberförsters und war nicht Teil der Schlossanlage.

Durch hohe Wasserstände und Fäulnisbefall mussten die Nachfolgebauten mehrfach erneuert werden. Um 1890 erstand das heutige Gebäude mit massivem Fundamentsockel und Biberschwanzeindeckung.

Die Rekonstruktion des stark beschädigten Baus wurde 2007 abgeschlossen.

Die Museumsscheune verdeutlicht in ihrer aktuellen Ausstellung „Jagd und Macht“ durch umfangreiches Bild- und Tonmaterial die Umbruchzeit von der Demokratie der Weimarer Republik zur Diktatur der NS-Zeitund die jüngere Vergangenheit bis zur Wendezeit unter dem Blickwinkel „Jagd und Macht in der Schorfheide“. Wesentlicher Teil der Raumgestaltung über zwei Etagen ist das Spiel mit immer wieder überraschenden Blickachsen, ergänzt durch Videoprojektionen.

Während des Rundganges durch die Museumsscheune wird man von einer vielgestaltigen Audio-Installation begleitet, die die verschiedenen Epochen und historischen Ereignisse untermalt und in unterschiedlichen Klangwelten erlebbar werden lässt.

In dem durch riesengroße Ausstellungselemente gestalteten Raum sind unter anderem Tierpräparate und Ausschnitte aus Tierfilmen, drei überlebensgroße Bronze-Skulpturen von Arno Breker sowie ein Modell von Herrmann Görings Wohnsitz Carinhall zu sehen.

Waldschule

Auf dem Gelände befindet sich heute auch die Waldschule, das frühere „Jägerhaus“.

Das ursprüngliche Fachwerkgebäude stammt aus der Bauzeit des Jagdschlosses und wurde als Wirtschaftsraum und zur Unterbringung der Jäger bei höfischen Jagden genutzt.

1835 ersetze man das Fachwerk durch Ziegelmauerwerk, welches 2009 rekonstruiert und seitdem als Waldschulgebäude genutzt wird. Im Gebäude befindet sich ein alter Gewölbe-Keller, der als Wildkeller zur Unterbringung des erlegten Wildes diente. Der Außenbereich wurde als Hirsch-Erlebniswelt für Kinder umgestaltet.

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